Anton Krämer in der Galerie Jülicher Seite 2

30.08.2009 Haus Hansen   -   Anton Krämer 2009
Einladung

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Auszug aus der Einführungsrede von MA Juelicher

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Anton Krämer ist einer der Künstler dieser Region, der aufgrund seines permanenten Schaffens und zahlreicher Ausstellungen schließlich weit über die Region hinaus am Niederrhein bekannt geworden ist.

Nach diesen Erfolgen über den Niederrhein hinaus überraschte es mich nicht, als ich aus der Presse vom 18. September 2008 erfuhr, dass Anton Krämer als einziger Künstler Nordrhein Westfalens von einer internationalen Jury unter dem Vorsitz von Professor Werner Schaub von der Universität Heidelberg aus 1619 Bewerbungen mit 112 weiteren internationalen Künstlern für die internationale Biennale der Zeichnung in Pilsen ausgewählt wurde.

Sein Bild: „The Gambler“ wurde im Katalog zur Biennale abgebildet und stieß bei Jury und Publikum auf sehr großes Interesse. Es handelt sich dabei um eine feine und sorgfältig ausgearbeitete eher surreale Federzeichnung mit dem Hauptmotiv eines Spielers, der vor einem Spieltisch sitzt und von vielen Flächen umgeben ist mit dem, was das Leben ausmacht. Spielkartensymbole erscheinen versteckt in der typischen Art Krämers. Rechts im Bild zwei weitere Darstellungen, die zu verschiedenen Deutungen anregen. Es bleibt offen, ob es weitere Spieltische sind, an denen andere sitzen, ob es Beobachter sind oder Gewinner und Verlierer. Das Bild, ausschließlich in Tusche gezeichnet, war sicherlich auch Anlass zu der in dieser Ausstellung thematisierten Bilderfolge hier im Erdgeschoss.

Wenn man die Bilder Krämers in dieser Ausstellung genau betrachtet, dann wird nicht nur der Titel Reflexion deutlich, sondern auch die Begegnung mit den Bildern als eine Ergänzung zum Künstler selbst. Reflexion ist aber auch die Vertiefung in einen Gedankengang, den uns Anton Krämer gerade in den Bildern hier im Erdgeschoss zu erklären versucht.

Thematisiert hat Krämer die Reflexionen mit den hier dargestellten „Kopfgeschichten“, die sich von Zeichnung zu Zeichnung weiterentwickeln bis zur völligen Abstraktion .

Alle diese Themen sind eine Ergänzung zum Menschen Anton Krämer im Ganzen. Dem Künstler können wir nirgendwo so persönlich begegnen wie in seiner Kunst. Nur so ist auch die Thematik: „Reflexionen“ der heutigen Ausstellung zu verstehen. Anton Krämer vertieft sich in Gedankengänge seiner von ihm dargestellten Personen. Er zeichnet (vorrangig in Tusche) Köpfe und setzt sich in sehr unterschiedlicher Form mit den menschlichen Gedanken seiner Kompositionsfiguren auseinander. REFLEXION, was laut philosophischem Lexikon auch so viel heißt wie: „In die Vergangenheit beugen“ ist demnach ein Denken über das schon Gedachte, was für den Künstler auch einer Selbstfindung gleichkommt. In den hier im Raum gezeigten Bildern kommt sich Anton Krämer als Künstler auch selbst ein Stück näher.

Die Auseinandersetzung mit dem Menschen mit all seinen positiven und negativen Alltagsbeziehungen ist in den Bildern Krämers ein ganz spezielles Kernthema, das seinen Kunststil prägt, mit dem sich Krämer letztlich auch international in Pilsen durchgesetzt hat.

Sein Engagement für den Menschen, für die Gemeinschaft, in welcher der Mensch lebt, sein Engagement gegen den Abbau menschlicher Bindungen ist ungebrochen und bis heute Thema seiner bildnerischen Auseinandersetzung geblieben.
Anton Krämer verbindet mit seiner künstlerischen Arbeit den Menschen in der vollen Breite seiner Irrungen und Probleme, wie z. B. auch in dem Bild: die „zerbrochene Kindheit“. (Zu meiner Linken dort) Daneben sehen Sie noch die Verwandlung eines Menschen, der morgens als Riesen-Insekt aufwacht, das aus seinem Kopf hervortritt.

 Krämer zeigt den Menschen in seinen Umrissen, durchsichtig, als miteinander kommunizierende Menschen. Dort (zu meiner Rechten) ist es ein Kopf, durchscheinend als Profil, dahinter en face, ein durch perspektivische Linien und Überschneidungen entstehender irrealer Raum, der für Krämer ebenso typisch ist.

Alle Bilder, vorrangig aber die Zeichnungen des Künstlers, sind auch geprägt von interessanten Oberflächenstrukturen, in denen er strichelt, schraffiert und dabei die Richtung seiner Meditationslinien verändert. Dabei sind es gerade die oft kleinen unbedeutend erscheinenden Linien, denen Sie nachspüren müssen, um die Darstellungen Krämers zu entschlüsseln. Die vorgegebenen Gegenstände entfernen sich mit diesen Meditationsstrukturen von der Erde weg, verändern sich zunehmend bis hin zu Symbolen einer scheinbar anderen Welt.

Insgesamt darf ich resümieren, dass es Anton Krämer im Laufe der letzten vierzig Jahren gelungen ist, ebenso wie Antes, Vennekamp, Bellmer, Wotruba oder Horst Jansen, um nur einige wenige zu nennen, einen für ihn in jeder Form typischen Malstil zu finden und seine Bildinhalte entsprechend zu thematisieren und durch zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland so zu dokumentieren, dass er in der nationalen und bedingt auch in der internationalen Kunstszene seinen Platz gefunden hat.

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12.10.2003 Galerie Jülicher, Niederkrüchten Elmpt (Haus Hansen)   -   Anton Krämer 2003.10
Einladung               


Auszug aus der Einführungsrede von MA Juelicher

 

 

In dieser Ausstellung setzt sich Anton Krämer zum einen künstlerisch mit der Darstellung von Lichtfällen und mit der Thematik menschlicher Begegnungen auseinander. Bei den Lichtfällen handelt es sich um sensible Übergänge von Weiß bis hin zum Schwarz. Dabei wechseln die Graustufen mit fein nuancierten Farbspielen, die durch Brechung des Lichtes entstehen. Interessant dabei auch, dass diese Lichtfälle auf das einfallende Tages- oder Kunstlicht unterschiedlich sensibel reagieren, beziehungsweise dieses reflektieren, was besonders auch in den zuletzt entstandenen Bildern zum Ausdruck kommt. Diese neuen Bilder der letzten Monate sind ein Spiel mit dem Licht; wie es durchscheint oder auch seine Grenzen findet. Die Bilder wachsen während des Malprozesses sowohl aus dem für Anton Krämer in allen seinen Bildern typischen Zeichenduktus heraus, als auch aus der sich zufällig ergebenden Form. Krämer setzt dem Licht Gegenständliches entgegen und untersucht die Schatten, die Lichteinfälle und die damit verbundenen Lichtbrechungen. Licht wird erst sichtbar, wenn es auf Gegenständliches oder auf Personen fällt.
Ganz automatisch kommt Anton Krämer so zu der künstlerischen Auseinandersetzung der von ihm kreierten Lichtfälle und deren Wirkung auf den Menschen. Die künstlerische Auseinandersetzung führte schließlich zu verschiedenen Experimenten, in denen einmal der Mensch die Lichtfälle, ein anderes Mal die Lichtfälle den Menschen in den Hintergrund drängten.
Presse

 

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14.03.2003 Galerie Kämmerling, Aachen   -   Anton Krämer 2003.3
Einladung    Galerie Kaemmerling, Aachen
Auszug aus der

Rede von MA Juelicher

 

Anton Krämer gehört zu den Künstlern, die ständig schöpferisch arbeiten, die immer in Aktion sind und folglich auch immer wieder zu neuen Sichten in der Betrachtungsweise ihrer Bilder kommen. So beinhaltet jede Ausstellung von Anton Krämer auch immer wieder neue Elemente in der Darstellungsweise und neue inhaltliche Aspekte. In jeder seiner Ausstellungen gibt es immer wieder eine Phase mit neuen Bildern, die bereits auf die weitere künstlerische Entwicklung hinweisen und die nächsten Schritte auf dem Weg seiner künstlerischen Entwicklung ahnen lassen.

Anton Krämer ist Jahrgang 1939 und von unbändigem Schaffen beseelt. Er lebt und arbeitet in Erkelenz. Nach dem Studium der Anglistik wechselte er 1972 an die Düsseldorfer Kunstakademie und studierte hier Freie Grafik und Malerei. Durch zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen wurde er weit über unsere Region hinaus bekannt.

In dieser Ausstellung setzt sich Anton Krämer zum einen künstlerisch mit der Darstellung von Lichtfällen, des fallenden oder auch einfallenden Lichtes und mit der Thematik menschlicher Begegnungen auseinander.  Bei den Lichtfällen handelt es sich um sensible Übergänge von Weiß bis hin zum Schwarz. Dabei wechseln die Graustufen mit fein nuancierten Farbspielen, die durch Brechung des Lichtes entstehen. Interessant dabei auch, dass diese Lichtfälle auf das einfallende Tages- oder Kunstlicht unterschiedlich sensibel reagieren, beziehungsweise dieses reflektieren, was besonders auch in den zuletzt entstandenen Bildern zum Ausdruck kommt, die hier in der Ausstellung in einem separaten Raum ausgestellt sind und somit auch die notwendige Beachtung und Gewichtung bekommen. Diese neuen Bilder der letzten Monate sind ein Spiel mit dem Licht; wie es durchscheint oder auch seine Grenzen findet. Die Bilder wachsen während des Malprozesses sowohl aus dem für Anton Krämer in allen seinen Bildern typischen Zeichenduktus heraus, als auch aus der sich zufällig ergebenden Form. Krämer setzt dem Licht Gegenständliches entgegen und  untersucht die Schatten, die Lichteinfälle und die damit verbundenen Lichtbrechungen. Licht wird erst sichtbar, wenn es auf Gegenständliches oder auf Personen fällt,  wie es auch auf der Einladungskarte dargestellt ist.

Ganz automatisch kommt Anton Krämer so zu der künstlerischen Auseinandersetzung der von ihm kreierten Lichtfälle und deren Wirkung auf den Menschen. Die künstlerische Auseinandersetzung führte schließlich zu verschiedenen Experimenten, in denen einmal der Mensch die Lichtfälle, ein anderes Mal die Lichtfälle den Menschen in den Hintergrund drängten. Das führte schließlich im Ergebnis zu einer eigenwilligen Komposition, in der das Licht einen irrealen Zwischenraum zu füllen, zu durchbrechen, scheint. In seinen neuen Arbeiten tauchen immer wieder Lichtfälle in Kombination mit Figuren und Menschen auf, wobei der Mittelstreifen, ein optisch erkennbarer Riss, in den Kompositionen zum typischen Gestaltungselement wird.

Auch wenn diese Bilder an die Grenze des Abstrakten stoßen und eher zum Gegenstandslosen hin zu tendieren scheinen, letztlich sind Anton Krämers Bilder und Zeichnungen immer das Ergebnis eines Abstraktionsprozesses, auch wenn er das Immaterielle, das Licht, in seiner Wirkung versucht, bildnerisch zu erfassen und darzustellen.

Wenn man dem Zeichenduktus des Künstlers folgt, wird man immer versteckte Figuren, Abrisse von Figuren, Menschliches und Formen aus der menschlichen Anatomie finden.

Einmal ist es das Bild eines Clowns  -   oder die Darstellung der himmlischen Mauer, hinter der es, nach dem Roman: Die Entdeckung des Himmels! um die menschliche Existenz geht  -  oder die Darstellung von Doppelfiguren, die, sich überschneidend, durch einen Lichteinfall getrennt sind  -  oder die ineinander wirkenden Handbewegungen, die einmal mehr den Künstler als brillanten Zeichner und Maler mit einem auch anatomischen Wissen auszeichnen. Dazu kommen ganze Serien von kleineren Zeichnungen und Skizzen, die selbst als Experimentier- und Arbeitsblätter wichtige Vorstufen für die weitere Entwicklung des Künstlers sind.

Auch die hier ausgestellten kleineren Bilder und Zeichnungen sind eine Fundgrube von kleinen versteckt angelegten Darstellungen innerhalb seiner Bildkompositionen, die erst mit jedem neuen Betrachten und nach langer Meditation vor und mit diesen Bildern offenkundig werden. Krämers Bilder bieten eine Fülle ständig neuer Entdeckungen und Beziehungen, die seine Bilder stets lebendig bleiben lassen, die zum ständigen Dialog mit den dargestellten Bildinhalten führen. Dabei sind es gerade die oft kleinen unbedeutenden Linien, denen Sie nachspüren müssen, um diese von Anton Krämer kreierte Welt nachempfinden zu können; eine schier unergründliche Welt, wollte man die ganze Hintergründigkeit der Farb- und Formensprache Krämers inhaltlich umsetzen.

Dem Betrachter bleiben viele Möglichkeiten der Deutung. Nüchtern gezogene Linien und Schraffuren beginnen in Krämers Bildern zu leben. Während der Künstler seine ihm eigene Handschrift in Form von Schraffuren als künstlerisches Gestaltungsmittel über fast alle Darstellungen seiner von ihm so gesehenen Welt zeichnet, denkt er über das Gesehene nach. Die so entstandenen Bilder sind für den Betrachter dann Ausdruck einer meditativen Auseinandersetzung des Künstlers mit unserer Umwelt.

Anton Krämer thematisiert in fast allen Bildern Inhalte, die er aber dem Betrachter vordergründig nicht angibt. Krämers Bilder entstehen spontan und aus der Malerei heraus, was in den Bildern und Zeichnungen in jeder Phase auch spürbar wird. Dem Betrachter bleibt dabei die Welt des Künstlers offen. Der Schlüssel zur Deutung der Bildinhalte liegt in den Bildern selbst.

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15.11.2002 art niederkruechten   -   Anton Krämer.2002.11
Einladung         

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23.01.2002 Galerie Juelicher im Gerling Haus in Krefeld  -   Anton Krämer2002.01 zeigt Lichtfälle (Acrylbilder)
Auszug aus der Einführungsrede von MA Juelicher

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Anton Krämer ist Jahrgang 1939 und von unbändigem Schaffen beseelt. Er lebt und arbeitet in Erkelenz. Nach dem Studium der Anglistik wechselte er 1972 an die Düsseldorfer Kunstakademie und studierte hier Freie Grafik und Malerei. Durch zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen wurde er weit über die Region hinaus bekannt. Zurzeit werden einige seiner Arbeiten im Rahmen einer Hochschulinitiative auf einer Wanderausstellung durch die Vereinigten Staaten gezeigt. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Privatsammlungen dokumentiert.

Anton Krämer thematisiert in dieser Ausstellung: Lichtfälle" und stellt in das fallende und das einfallende Licht dar. Sensible Übergänge von Weiß bis hin zum Schwarz wechseln mit fein nuancierten Farbspielen, die durch Brechung des Lichtes entstehen. Interessant dabei auch, dass diese Lichtfälle auf das einfallende Tages- oder Kunstlicht unterschiedlich sensibel reagieren, beziehungsweise dieses reflektieren, was besonders auch in einem stark farbigen >Bild in Blau< zum Ausdruck kommt. Diese neuen Bilder der letzten Monate sind in jeder Form ein Spiel mit dem Licht; wie es durchscheint oder auch seine Grenzen findet. Die Bilder wachsen während des Malprozesses sowohl aus dem für Anton Krämer in allen seinen Bildern typischen Zeichenduktus heraus als auch aus der sich zufällig ergebenden Form. Krämer setzt dem Licht Gegenständliches entgegen und  untersucht die Schatten, Lichteinfälle und Lichtbrechungen.

Exzellent wie Anton Krämer komponiert, wie er seine Bildräume aufteilt, Farbe, Formen und Inhalte aufeinander abstimmt und darüber hinaus bildnerische Akzente und Schwerpunkte inhaltlich aufreißt und den Betrachter so zum Nachdenken provoziert.

Anton Krämer malt in diesen Bildern, was Kritiker schreiben; er stellt dar und fordert uns als Betrachter auf, seine Bilder zu lesen. Anton Krämers Bilder sind ebenso Darstellungen unserer Zeit wie Mahnung vor der Zukunft.

Anton Krämer thematisiert in fast allen Bildern Inhalte, die er aber dem Betrachter vordergründig nicht angibt. Dem Betrachter bleibt so die Welt des Künstlers offen. Der Schlüssel zur Deutung der Bildinhalte liegt in den Bildern selbst. Dabei zeichnet Anton Krämer stets mit einer guten Portion Humor und zeigt großartigen Erfindungsreichtum im Gestalterischen. Sorgfältig bereitet er die Realisierung seiner Bildideen vor und entwickelt dabei seine fantastischen Szenerien und Meditationen. Hierbei ist der Künstler sensibel genug, sich selbst und dem Betrachter den Reiz des Geheimnisvollen in den hier ausgestellten Bildern und Zeichnungen zu bewahren.

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21.11.1999 Galerie Jülicher in Haus Hansen   -   Anton Krämer 1999.11
Einladung

Auszug aus der Einführungsrede von MA Juelicher Anton Krämer malt immer häufiger in den letzten Jahren "Themen bezogen" und verbindet mit seiner künstlerischen Arbeit immer auch den Menschen und immer mehr den Menschen auch in seinem Lebensumfeld; Menschen in der vollen Breite ihrer Irrungen und Probleme, aber auch in ihrer Lebensfreude, Mitmenschlichkeit und Zusammengehörigkeit. Anton Krämer zeigt den Menschen in seinen Umrissen, durchsichtig, aber auch in der verlorenen Geborgenheit seiner häuslichen Umgebung und im Verfall unserer Städte, die der Künstler als Wohnsilos und diese wieder im Verfall begriffen als mehr oder weniger verfallene Behausungen darstellt.

"People in the box"! Das ist die Thematik dieser Ausstellung! Die hier gezeigten Bilder das Ergebnis der persönlichen Auseinandersetzung des Künstlers mit unserer Zeit.
Anton Krämer malt, was Kritiker schreiben; er stellt dar und fordert uns als Betrachter auf, seine Bilder zu lesen. Anton Krämers Bilder sind ebenso Darstellungen unserer Zeit wie Mahnungen vor der Zukunft. Vergangenheit ist für den Künstler die von ihm dargestellte Zukunft in seinen Bildern vor 20 Jahren. Das heißt im Klartext: Krämers Bilder sind immer auf die Zukunft hin ausgerichtet.
"The People in the box", das ist für Anton Krämer das Symbol unserer Zivilisation, die uns als Höhlen der Urzeit bis heute als Behausung geblieben ist. Dabei führt uns der Künstler auf seine Weise die primär negativen Einflüsse unserer Zeit auf das moderne Wohnen in der ganzen Breite der formalen und inhaltlichen Möglichkeiten anschaulich vor Augen. Oft ist der Deckel der vom Künstler gewählten Kistensymbole noch halb geöffnet. Die "Kiste" ist noch nicht geschlossen. Noch lässt Anton Krämer die Möglichkeit des über den Rand Hinausschauens und Perspektiven nach draußen offen. Das heißt: Letztendlich glaubt der Künstler immer noch an eine bessere Zukunft, eine bessere Welt. Anton Krämer ist mit seinen hier ausgestellten Bildern der stille Mahner, der seit Jahren als Künstler Kritik übt; Kritik an unsere Zeit; eine Zeitkritik, die aber immer wieder hoffen lässt.


Während der Künstler seine ihm eigene Handschrift in Form von Schraffuren als künstlerisches Gestaltungsmittel über fast alle Darstellungen seiner von ihm so gesehenen Welt zeichnet, denkt er über das Gesehene nach. Die so entstandenen Bilder sind für den Betrachter dann Ausdruck einer meditativen Auseinandersetzung des Künstlers mit unserer Umwelt. Auch wenn der Künstler mit seinen Darstellungen Zeichen setzen will, Zeichen gegen die drohende Fortsetzung der möglichen Ausbeutung und "in Frage Stellung" unserer Zivilisation, dennoch bleiben seine Bilder und Zeichnungen primär ästhetisch.
Anton Krämer verliert bei aller Mahnung in der Sache nicht die Freude an der Malerei, an der Detail genauen Zeichnung. Seine dargestellten Themen sind überzeugend, die künstlerische Aussage präzise. Dabei zeichnet Anton Krämer stets mit einer guten Portion Humor und zeigt großartigen Erfindungsreichtum im Gestalterischen und entwickelt dabei - immer im Gegenständlichen verbleibend - seine fantastischen Szenerien und Meditationen.
Exponate     
Presse   

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21.03.1998 Lendersdorf, St. Michaels Kirche   -   Anton Krämer 1998.03
Einladung              
Auszug aus der Einführungsrede von MA Juelicher Es ist sicherlich nicht der Normalfall, dass man Kunst in einem Sakralen Raum, in einer Katholischen Kirche ausstellt, ausstellen kann, ausstellen darf.
Das setzt voraus, dass der zuständige Hausherr in seiner Funktion als Priester offen ist für die Kunst allgemein und für sakrale Darstellungsweisen der heutigen Zeit im besonderen.
Das setzt voraus, dass die Kirche - wie hier in Lendersdorf - sich öffnet und die Auseinandersetzung mit den Gläubigen über sakrale Darstellungen in der Kunst nicht scheut, sondern sucht.
Das setzt ferner voraus, dass Herr Pastor Gattys mir als Unbeteiligten einen Freiraum gibt, zu der Thematik der von
Anton Krämer dargestellten "Engelbilder" aus meiner ganz privaten Sicht Stellung zu nehmen.
Meine Damen und Herren! Das ist selten; aber um so beachtlicher. Zum hier ausstellenden Künstler möchte ich eigentlich nur sagen, dass Anton" Krämer mit seiner Familie in der Geburtsstadt Erkelenz lebt und arbeitet und dass er - so lange ich ihn kenne - immer auf der Suche ist. Das trifft sowohl seine persönliche Einstellung zum Leben allgemein wie auch seine Ausdrucksweise in der künstlerischen Auseinandersetzung mit seinen Bildinhalten im besonderen. Dabei ist er in keiner Form dem Schematismus unseres Zeitgeistes unterworfen. Wer hat schon den Mut, sich als Künstler derart kreativ und umfassend mit der Darstellung von "Engeln" auseinanderzusetzen. In jedem der hier ausgestellten Bilder setzt sich Anton Krämer quasi allegorisch mit dem "Engelbegriff" auf seine ganz persönliche Weise und in jedem Bild anders und immer wieder neu auseinander.

Dabei muss ich mit Bewunderung feststellen, dass Herr Pastor Gattys den Mut hat, nicht nur Kunst in seine Kirche zu holen, sondern auch die Diskussion über diese Thematik in aller Öffentlichkeit zu führen. Es geht um den Begriff der "Engel", der heute eher als Werbefigur von Versicherungen missbraucht wird als dass er eine neue theologische Deutung erfahren würde. Darum jedoch geht es dem Künstler Anton Krämer in seinen Bildern. Er versucht, eine neue Art der Transzendenz am Beispiel der "Engel" darzustellen, die aber in Wirklichkeit aus meiner Sicht wiederum gar nicht darstellbar ist. Es ist vordergründig einfach widersinnig, etwas darstellen zu wollen, was es in Wirklichkeit real fassbar gar nicht gibt. Auch wenn wir fest an die "Macht und die Welt der Engel" glauben, bleibt die Frage, ob es zweierlei Wirklichkeiten gibt, geben kann. Wir helfen uns mit dem Begriff der Übernatürlichkeit bzw. der Transzendenz, obwohl rein philosophisch betrachtet dies zurecht auf Kritik stößt. In unserer Natur kann es keine Übernatur geben. Transzendenz suggeriert eine Teilung unserer Wirklichkeit; zum einen: ein geschlossenes System rational fassbarer "Natur" und jenseits und außerhalb, ein geheimnisvolles Irgendwo.
Zum hier ausstellenden Künstler möchte ich eigentlich nur sagen, dass Anton" Krämer mit seiner Familie in der Geburtsstadt Erkelenz lebt und arbeitet und dass er - so lange ich ihn kenne - immer auf der Suche ist. Das trifft sowohl seine persönliche Einstellung zum Leben allgemein wie auch seine Ausdrucksweise in der künstlerischen Auseinandersetzung mit seinen Bildinhalten im besonderen. Dabei ist er in keiner Form dem Schematismus unseres Zeitgeistes unterworfen. Wer hat schon den Mut, sich als Künstler derart kreativ und umfassend mit der Darstellung von "Engeln" auseinanderzusetzen. In jedem der hier ausgestellten Bilder setzt sich Anton Krämer quasi allegorisch mit dem "Engelbegriff" auf seine ganz persönliche Weise und in jedem Bild anders und immer wieder neu auseinander.
Dabei muss ich mit Bewunderung feststellen, dass Herr Pastor Gattys den Mut hat, nicht nur Kunst in seine Kirche zu holen, sondern auch die Diskussion über diese Thematik in aller Öffentlichkeit zu führen. Es geht um den Begriff der "Engel", der heute eher als Werbefigur von Versicherungen missbraucht wird als dass er eine neue theologische Deutung erfahren würde. Darum jedoch geht es dem Künstler Anton Krämer in seinen Bildern. Er versucht, eine neue Art der Transzendenz am Beispiel der "Engel" darzustellen, die aber in Wirklichkeit aus meiner Sicht wiederum gar nicht darstellbar ist. Es ist vordergründig einfach widersinnig, etwas darstellen zu wollen, was es in Wirklichkeit real fassbar gar nicht gibt. Auch wenn wir fest an die "Macht und die Welt der Engel" glauben, bleibt die Frage, ob es zweierlei Wirklichkeiten gibt, geben kann. Wir helfen uns mit dem Begriff der Übernatürlichkeit bzw. der Transzendenz, obwohl rein philosophisch betrachtet dies zurecht auf Kritik stößt. In unserer Natur kann es keine Übernatur geben. Transzendenz suggeriert eine Teilung unserer Wirklichkeit; zum einen: ein geschlossenes System rational fassbarer "Natur" und jenseits und außerhalb, ein geheimnisvolles Irgendwo.
Lassen Sie mich mit meinen einfachen Worten und Gedanken an einem Beispiel die Frage aufwerfen, ob es nicht doch zweierlei fassbare Wirklichkeiten gibt?
Vor kurzem habe ich die letzten Stunden im Leben eines Menschen an dessen Sterbebett gesessen und miterlebt wie dieser Mensch 90 jährig innerhalb eines Tages langsam starb. Unmittelbar bei Eintritt des Todes stellte sich für mich die Frage nach der realen Existenz dieses Menschen in seiner "endlichen" Seinssphäre. Was hatte sich eigentlich in diesen letzten Stunden an der Wirklichkeit unserer Beziehung geändert? Der Tote lag da genau so wie kurz zuvor als Lebender! Aber ihm fehlte nun das Leben, die Seele, die geistige Kraft, die sich außerhalb unserer Vorstellungskraft manifestiert, real kurz vor dem Tod zwar vorhanden war, jedoch mit unseren natürlichen Kräften nach dem Tod nicht mehr erklärbar oder darstellbar ist.
Das heißt für mich, dass der Mensch als Person ein Wesen der Mitte ist, bestehend aus Materie und Geist, aus Leib und Seele, aus einem mit dem Lebensprinzip behafteten Körper.
Alles was unterhalb dieser menschlichen Seinssphäre zwischen reiner Materie, den Pflanzen und Tieren angesiedelt ist, das ist für uns Menschen erkennbar und problemlos darstellbar .
Gehen wir also davon aus, dass es real in unserer Natur eine rein materielle Seinssphäre gibt und der Mensch als Wesen der Mitte aber sowohl über Körper und Geist verfügt, dann ist für mich die logische Konsequenz, dass es weitere Seinssphären oberhalb, außerhalb bzw. jenseits unserer menschlichen Natur geben muss; Seinssphären, die als Gegenpol zur reinen Materie rein geistiger Natur sein müssten. Hier beginne ich konsequenterweise im Konjunktiv zu reden. Hier stellt sich für mich die Frage nach dem Sein jenseits unseres menschlichen Seins, in dem wir in unserer Hilflosigkeit z. B. den Begriff der "Engel" prägten und in noch größerer Hilflosigkeit den Versuch unternahmen, diese Wesen auch noch darzustellen.
So alt die Kunst des Darstellens ist, so alt ist der Versuch, solche Wesen zu erklären und von den Künstlern darzustellen.
Ob man den "Engeln Flügel" verpasste, sie überdimensionierte, sie mit dem berühmten "Heiligenschein" ausstattete oder als schwebende Wesen in die Wolkenregionen verbannte, letztlich bleibt bei der Darstellung die Ratlosigkeit offenkundig.

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09.06.1996 Erkelenz (Johanniterstift)   -   Anton Krämer 1996.06
Einladung                                   
Auszug aus der Einführungsrede von MA Juelicher Es ist für mich immer eine besondere Freude, in sporadischen Abständen Bilder des Künstlers Anton Krämer vorstellen zu dürfen. Erstaunlich dabei, wie sich sowohl der Künstler als auch dessen Bilder in den letzten 20 Jahren, in denen ich mich mit der Intuition und der Bildwelt des Künstlers auseinandersetze, stetig weiterentwickelt haben. Mit Anton Krämer stelle ich Ihnen einen Niederrheiner Jahrgang 1939 vor, dessen hier ausgestellte Bilder das Ergebnis eines konsequenten jahrelangen künstlerischen Schaffens sind.
Im Gegensatz zu den Propheten, die im eigenen Land nichts gelten, ist Anton Krämer als Bürger dieser Stadt stolz auf seine Heimat; und die Stadt Erkelenz ist mit Fug und Recht stolz auf einen Künstler wie Anton Krämer, der sich insbesondere als Künstler neben seiner schöpferischen Arbeit immer wieder auch in sozialen und religiösen Bereichen engagiert.
Naturgemäß ist die Auseinandersetzung mit dem Menschen in all seinen positiven und negativen Alltagsbeziehungen in Anton Krämers Bildern das Kernthema. "Mensch und Religion", die Frage nach dem: "Woher komme ich?" und: "Wohin gehe ich?" beschäftigen den Künstler wie den Menschen Anton Krämer heute gleichermaßen.
Sein Engagement für den Menschen, für die Gemeinschaft, in der der Mensch lebt, sein Engagement gegen den Abbau menschlicher Bindungen ist ungebrochen und seit jeher Thema seiner bildnerischen Auseinandersetzung. Ich erinnere an die Ausstellung in der Immerather Mühle, als es darum ging: "Bestände, und damit verbunden auch die menschlichen Bindungen, zu sichern", die die Großraumbagger von Rheinbraun dabei sind zu vernichten.
Anton Krämer verbindet mit seiner künstlerischen Arbeit immer auch den Menschen und immer mehr den Menschen auch in seinem Lebensumfeld; Menschen in der vollen Breite ihrer Irrungen und Probleme, aber auch in ihrer Lebensfreude, Mitmenschlichkeit und in ihrer Zusammengehörigkeit. Anton Krämer zeigt den Menschen in seinen Umrissen, durchsichtig, immer häufiger auch in der Geborgenheit seiner häuslichen Umgebung und den miteinander kommunizierenden Menschen. Alleine von daher ist der von Krämer gewählte Ausstellungsort: Das Johanniter Stift, mitten im pulsierenden Leben der Stadt Erkelenz, nahezu ideal. Anton Krämer bringt mit seinen Bilderfolgen Leben ins Haus und verbindet mit seinen "meditativen Bildräumen" die Menschen im Johanniter Stift mit dem Leben drum herum.
Ganz von selbst taucht dabei die Frage nach dem Schöpfer, der Schöpfung auf.
So sehen Sie zum Beispiel in dem Bild: "Dürerstein" einen Urstein in einem irrealen unendlichen Raum, in dem der Mensch in seiner Vorstellungskraft an seine Grenzen stößt. Unwillkürlich wird man an das Alte Testament erinnert: "Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde. Aber die Erde war wüst und leer; Finsternis lag über dem Abgrund. Der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Gott sprach: Es werde Licht und es ward Licht. Gott schied das Licht von der Finsternis. Das Wasser unter dem Himmel sammelte sich an einem Ort und es erscheine das Trockene."
Noch beziehungslos schwebt der Stein als Urtype des Seins zwischen den Welten; zeitlos in der Unendlichkeit der Ewigkeit. Dazwischen im Wasser und im Licht Spuren von Formfragmenten als Symbole für die sprossenden Kräuter, die Samen und Bäume und Früchte tragen sollten nach ihrer Art.
Anton Krämers Bilder sind wie geschriebene Poesie. Die hier gezeigten Mischtechniken bestehen vielfach aus Blei- und Buntstiftzeichnungen mit markanten Schraffuren, die wie urgeschichtliche Schriftzeichen die Bildinhalte zu erklären versuchen. Darüber hinaus weisen diese Schraffuren Richtungen, als wollten sie <Auskunft geben nach dem: " Wohin?"
Die vorgegebenen Gegenstände entfernen sich mit diesen Meditationsstrukturen von der Erde weg, verändern sich zunehmend bis hin zu Symbolen einer scheinbar anderen Welt.
Daneben werden Wellenlinien von mehreren Torbögen überlagert. Auch hier ist die Handschrift bei aller Vordergründigkeit der Thematik für den Künstler typisch. Diese Torbögen stehen für eine alle und alles schützende Feste überdimensional über alles Lebende; stehen wie ein Regenbogen über dem Firmament. Darunter eine Vielzahl kleinster Lebensträger. Dem Betrachter bleiben viele Möglichkeiten der Deutung. Auffallend auch hier wieder der Blick durch die Tore verbunden mit der Frage des Blickes: "Wohin?" In diesem Bild jedoch gibt der Künstler selbst uns die Antwort auf diese Frage. Er öffnet dem Betrachter den Blick durch diese Tore in die Unendlichkeit der Ewigkeit, womit wir wiederum an die Grenzen unserer Vorstellungsmöglichkeiten stoßen.
Bei genauer Betrachtung aller ausgestellten Bilder stellen sie sich dar wie Märchen, die aus der Wirklichkeit heraus entstanden sind. Hier ist der Mensch in seiner gesamten Problematik und Lebensfreude zugleich dargestellt: Menschen, die sich in einem irrealen Raum näher kommen, berühren, Ängste überwinden, Kraft schöpfen und in ihrer Art in eine neue mögliche Beziehung miteinander treten. Die Farbe gibt Mut zur Freude, zeigt das positive Denken des Künstlers und seine Absicht, diese Freude weiterzugeben.
Dabei sind es gerade die oft kleinen unbedeutend erscheinenden Linien, denen Sie nachspüren müssen, um diese Welt, die Welt des Anton Krämer, nachempfinden zu können, eine schier unergründliche Welt, wollte man die ganze Hintergründigkeit der Farb- und Formensprache Krämers erfassen.

In einem neuen Bildzyklus zeigt der Künstler schemenhaft Christus als den Gekreuzigten, der von den Toten auferstanden ist; seine Verklärtheit dargestellt und symbolisiert durch einen vordergründig überlagerten Lichtstreifen. Licht als Bewegung von der Erde zum Himmel. Der Auferstandene von einem Lichtstrahl quasi überschattet vor einer immerwährenden Dunkelheit. Selten, meine Damen und Herren, sah ich ein wichtigeres Bild in einer solch hervorragenden Darstellungsweise: Licht als Symbol der Ewigkeit.
In einem weiteren Bild aus dem gleichen Zyklus zeichnet er eine Horizontale als Grenze zwischen Sein und Nichtsein, zwischen Erde und Himmel; dazwischen die ganze Vielfalt Krämerscher Form-, Farb- und Schriftspuren. Das alles unter dem Aspekt der Frage des "Danach!" und danach, was letztlich übrig bleibt.
Ferner hat Anton Krämer vier sich zum Teil überlappende Säulen dargestellt, die, wie mit Hieroglyphen versehen, vom Ursprung des Seins zu erzählen scheinen. Durch Schreibspuren sind diese Blöcke sowohl formal wie auch inhaltlich miteinander verbunden und weisen, aus der Tiefe heraus geschrieben wie Urzeichen auf das Alte Testament hin und erinnern an die Gesetzestafeln des Alten Testamentes bzw. auch an die Suren des Korans.
Insgesamt ein Zyklus als Vorstufe zu einer größeren Serie von Arbeiten aus dem sakralen Bereich, den der Künstler in Verbindung mit sakralen Texten, kirchlicher Musik als Multimediale Ausstellung in einem sakralen Raum vorbereitet.

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12.09.1993 Galerie Jülicher, Niederkrüchten - Brempt,   -   Anton Krämer 1993.09
Auszug aus der Einführungsrede von MA Juelicher    Anton Krämer ist mittlerweile als Künstler in den letzten Jahren weit über den niederrheinischen Raum hinaus bekannt.
So war er einer der Hauptakteure bei der Kunstausstellung aus Anlass der „Kulturtage NW„, in Anwesenheit unseres Kultusministers Hans Schwier, der ihn und die Arbeiten seiner Künstlerkollegen auch entsprechend w3ürdigte.
Eine Projekt orientierte Kunstaktion gegen den Industrieriesen „Rheinbraun„ in den Anlagen des Klosters „Hohenbusch„ im Raum Erkelenz, an dem Anton Krämer ebenfalls entscheidend beteiligt war, wurde vom Fernsehen aufgenommen  und ausgestrahlt. Daher kam es für mich keineswegs überraschend, dass Anton Krämer 1991 von einer hochkarätig besetzten Jury als einer der sechs Preisträger der „RP Aktion Kunstblatt„ ausgewählt wurde. Seitdem hat Anton Krämer, der unaufhörlich und ständig seiner künstlerischen Tätigkeit nachgeht, sicherlich einen festen Platz unter den zeitgenössischen Künstlern weit über unsere Region hinaus.
Fast alle Arbeiten, die der Künstler zeigt oder auch früher ausstellte, zeigen das jeweilige Ausstellungsjahr. Dabei ist fast keine Arbeit älter als ein Jahr. Denn: Bei Verkaufspreisen zwischen 100 und 600 DM verbleiben dem Künstler nach einer Ausstellung kaum Arbeiten, die er für sich, zur persönlichen Darstellung seiner künstlerischen Entwicklung gegebenenfalls einmal für eine spätere Retrospektive zurückbehält.
Die hier vorgestellten Bilder zeigen in der Hauptsache Mischtechniken,  Techniken, die den Künstler seit je her wegen ihrer Unkompliziertheit und Variationsmöglichkeit faszinieren. Mit dieser Art zu malen, darzustellen, hat der Künstler im Laufe der Jahre auch eine für ihn absolut typische Handschrift entwickelt. Ob er Bilder in seinem Atelier malt, Projekt orientierte Kunst inszeniert, also für oder gegen ein bestimmtes Projekt künstlerische Aussagen macht oder Landschaften darstellt, die Handschrift Anton Krämers, seine Ausdrucksweise und die Art der Darstellung sind unverkennbar.
Allen seinen Arbeiten liegt immer Gegenständliches zu Grunde. Er stellt Gegenständliches unmittelbar dar, bildet ab, verändert, malt Erinnerungsfragmente und abstrahiert.

Alle Bilder zeigen übereinstimmend die Vorliebe des Künstlers, mit Linien und Schraffuren zu malen, zu gestalten und die Lineaturen als gestalterisches Medium in der ganzen Vielfalt der Möglichkeiten unter Einbeziehung der Farbe zu nutzen, wobei die Farbe und die immer typischer werdenden Schraffuren auch immer mehr Transparentcharakter bekommen; sie verdecken sozusagen unsere Welt, die wir dahinter wie durch einen Vorhang fragmenthaft gerade noch erkennen. Häufig überlagern auch verschiedene Schraffuren einander. Diese Malweise mag für den Betrachter aufwendig und wenig sinnvoll erscheinen, bedeutet für den Künstler aber einen meditativen Prozess, mit dem er die von ihm dargestellten Gegenstände durch eine sich ständig wiederholende einförmige Handbewegung zur Darstellung der Schraffuren überdenkt. Auch dies: Eine unverkennbare Handschrift des Künstlers.
Inhaltlich entstanden zuletzt eine ganze Reihe von Arbeiten während und nach einem Studienurlaub in der Provence in Frankreich. Sie alle enthalten Elemente aus der Umwelt der Provence. Ist es zunächst die Landschaft, die den Künstler fasziniert, dann spürt man in einigen wenigen Bildern auch sehr deutlich den bildnerischen Niederschlag dieser Faszination. Begeistert experimentiert und malt er mit den aus der Landschaft gewonnenen Ockerfarben. Dieses spezielle aus der Landschaft heraus entstandene Bild mit dem Titel: „Ocker von Rossilon„ zeigt in besonderem Maße die Stimmung der südfranzösischen Landschaft vor den Pyrenäen wie sie sich auf den Künstler übertragen, ihn schöpferisch stimuliert und beeinflusst hat. Das Lockere und Leichte der Franzosen, der Provencalen, die spielerischen Elemente ihrer Lebensweise, die meditative und lustvolle Art der Franzosen zu leben, das allen verkörpern die Bilder Anton Krämers in vielfältiger Hintergründigkeit. Denn bei intensiver Betrachtung seiner Bilder entdecken Sie immer wieder auch andere Details, die in die Bilder hineingearbeitet und aufeinander bezogen sind. So zum Beispiel Gesichter, die maskenhaft in den Hintergrund treten; Musikinstrumente als Fragmente einer einst heilen Welt oder den „Bandonion„, den Zieharmonika spielenden Musikanten, den er auf einem Dorfplatz in der Provence entdeckte.
Begeistert von der Lebensweise der Musikanten skizziert er diesen in seine Komposition, bezieht Detailstudien dieses „Bandonionspielers„ in das Bildganze mit ein. Gleichzeitig entgeht dem Auge des Künstlers aber nicht die den Spieler umgebende Welt, die in vielfältiger Weise vergewaltigt, im Absterben begriffen oder bereits tot ist. Kanalisierte Betonflüsse, Betonbehälter als Reservate für die letzten noch wachsenden Bäume und ähnliche Zeugnisse dieser französischen Landschaft tauchen immer wieder in Variationen in den Bildern Anton Krämers auf.
Er setzt hier Zeichen, die mich im tiefsten Inneren an seine „Orojekt orientierten Kunstaussagen„ vor einigen Jahren gegen den „Industrieriesen Rheinbraun„ erinnern. Hier ging es ebenso wie in den Bildern aus der Provence darum, „Bestände zu sichern„, Bilder zu erhalten, die es dank der Auseinandersetzung des Künstlers heute noch in der vorhandenen Landschaft gibt aber der Vernichtung preisgegeben sind. Dabei werden die Themen: Mensch, Natur und Kreatur zumeist nur noch als Torso, als Rest und Teil eines Ganzen dargestellt. Bewusst stellt Anton Krämer die Gegenstände als Einheit in Frage.
Während der Künstler seine Schraffuren über diese Darstellungen, über diese von ihm so gesehene Welt zeichnet, denkt er über das Gesehene nach. Die so entstandenen Bilder sind für den Betrachter dann Ausdruck der meditativen Auseinandersetzung des Künstlers mit seiner Umwelt.
Auch wenn der Künstler mit seinen Darstellungen Zeichen setzen will, Zeichen gegen die Fortsetzung der Ausbeutung unserer Landschaften, dennoch bleiben seine Bilder und Zeichnungen primär ästhetisch. Anton Krämer verliert bei aller Mahnung in der Sache nicht die Freude an der Malerei, an der detailgenauen Zeichnung. Seine dargestellten Themen sind dabei überzeugend, die künstlerische Realisierung gekonnt. Anton Krämer zeichnet stets mit einer großen Portion Humor und er zeigt großartigen Erfindungsreichtum im Gestalterischen.
Sorgfältig bereitet er die Realisierung seiner Bildideen vor und entwickelt dabei - immer im Gegenständlichen verweilend - seine fantasievollen Szenarien und Meditationen.
Hierbei ist der Künstler sensibel genug, sich selbst und dem Betrachter den Reiz des Geheimnisvollen in den hier ausgestellten Bildern und Zeichnungen zu bewahren.

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27.06.1992 Galerie 21 in Weimar auf dem Marktplatz    -  gemalte Zeichnungen - gezeichnete Malerei von   Anton Krämer 1992.06
Einladung

Auszug aus der Einführungsrede von MA Juelicher .. Mit Anton Krämer stelle ich Ihnen einen Niederrheiner vor, dessen hier ausgestellte Arbeiten das Ergebnis eines konsequenten jahrelangen künstlerischen Schaffensprozesses sind.
Anton Krämer lebt und arbeitet in Erkelenz. einer der Kunst sehr offenen Stadt; getragen von einem Kulturdezernenten, der mit dem Herzen hinter der Kunst steht und den ich mit seiner Gattin hier ebenfalls recht herzlich begrüßen möchte.
Kunst ist heutzutage immer wieder auf die Unterstützung der "öffentlichen Hand" angewiesen. Lassen Sie mich zwei Ereignisse aus dem Kulturleben der Stadt Erkelenz nennen, die das eindrucksvoll belegen. Zum einen öffnete die Stadt Erkelenz eine mitten in der Stadt liegende mittelalterliche Burg für die Kunst , zum anderen fand das Bemühen der Stadt zur Durchführung der "Kulturtage Nordrhein Westfalen" großen Anklang. Ich erwähne dies, weil beide Institutionen maßgeblich auch von dem hier ausstellenden Künstler Anton Krämer mitgetragen wurden und ihn seit 1973 so weit über den Niederrhein hinaus bekannt machten. In einem von mir damals herausgegebenen Katalog zur Ausstellung: "Bringt Leben in die Burg" schrieb Anton Krämer über sich: Ich zitiere:
"Mein Beitrag zu dieser Ausstellung besteht aus den Bildern, die aus der Absicht entstanden sind, Probleme des Raumes, des Menschen und der Sprache in bildnerischer Aussage mitzuteilen."
Wenn die meisten seiner Bilder an die Epoche des Surrealismus erinnern, so ist dies nicht von ungefähr, denn wer versucht, in sich hineinzuhorchen, wesentlich zu werden und sich mitzuteilen, gelangt immer in den Bereich des Unterbewussten und des Traumhaften. Hier also liegt der Schlüssel zum Verständnis seiner Bilder.

Meine Damen und Herren! Als das Land Nordrhein Westfalen die Stadt Erkelenz für die Aktion:"Kultur vor Ort" auswählte, war es u. a. Anton Krämer, der mit einer groß angelegten Kunstaktion sich Projekt bezogen dem Thema "Braunkohleabbau " durch den Industrieriesen der RWE Rheinbraun widmete. Als er die von den Großraumbaggern hinterlassenen Relikte bzw. die vom Abbau bedrohten Bestände in einer einmaligen Kunstaktion festhielt, wurde die ganze Breite seiner künstlerischen Möglichkeiten deutlich und in den Medien folgerichtig auch nicht übersehen. Erstmals trat auch das Westdeutsche Fernsehen an die Ausstellenden heran und dokumentierte deren Absicht gegen den Braunkohle Abbau in Garzweiler II in einem Fernsehfilm.
Insofern ist es eigentlich konsequent , wenn die Rheinische Post als eine der größten der westdeutschen Tageszeitungen mit knapp einer Million Auflage auf das künstlerische Schaffen Anton Krämers aufmerksam wurde und Anton Krämer 1991 als einen von sechs Künstlern für die von der Rheinischen Post alle zwei Jahre durchgeführte "Aktion Kunstblatt" nominierte.
Ermutigt durch diese persönlichen Erfolge stellt Anton Krämer nun zum ersten Mal hier in Weimar seine Arbeiten vor und geht so in seinem Wirkungskreis bewusst über die Grenzen des Niederrhein hinaus.
Anton Krämer gehört zu jenen Künstlern, deren schöpferische Kraft und Tätigkeit niemals ruhen.
Der Titel der Ausstellung: "Gemalte Zeichnungen - gezeichnete Malerei!" deutet auf die Vorliebe des Künstlers hin, mit Linien zu operieren, zu malen, zeichnerisch zu gestalten und die Lineaturen als gestalterisches Medium in der ganzen Vielfalt der Möglichkeiten unter Einbeziehung der Farbe zu benutzen, wobei die Farbe für den Künstler eher Transparentcharakter hat.
Inhaltlich entstanden alle Arbeiten nach einem Studienaufenthalt in Frankreich in der Provence.
Fast alle der hier ausgestellten Arbeiten enthalten surrealistische Elemente aus der Provence, aus unserer und der französischen Umwelt und von unserer Welt als Erdkugel. Erdkugel und Universum tauchen immer wieder in abgewandelter Form als hintergründige Darstellungen in den Bildern des Künstlers auf. Die Thematik: "Mensch und Tier!" bleibt stets fragmentartig angedeutet. Bewusst stellt der Künstler die Einheit des Ganzen, der Erde und der Erdbewohner in Frage. Der Raum bleibt fast immer illusionär. Alle seine Bilder sind weglos fast ohne jede Perspektive - aber nicht ausweglos.
Presse   

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14.09.1991 Skulpturen im Kloster Hohenbusch: "Bestände II"   -   Projekt orientierte Kunst von   Anton Krämer 1991.09  
Auszug aus der Einführungsrede von MA Juelicher ... Alle beteiligten Künstler stellen in Hohenbusch "Projekt orientierte Kunst " aus. Sie erarbeiteten Skulpturen zur Sicherung von Relikten der Vergangenheit, zur Reaktivierung von Geschichte (in diesem Fall von Kloster Hohenbusch), zur Erfassung des verlorenen Zeitgeistes der Kreuzherren in diesem Kloster, zur Mahnung auf die bedrohte Ökologie in der ganzen Welt, zur Erfassung des ganzen Menschen aus seiner mythologischen Urgeschichte, zur Darstellung einer neuen Zeit, einer neuen Freiheit besonders in der Architektur nach der Säkularisation bezogen auf die Kirche der Kreuzherren, zur Rückbesinnung auf einen meditativen Ort, eines Ortes der Besinnung, der Ruhe und der geistigen Arbeit wie Hohenbusch ihn Jahrhunderte lang immer verkörperte.

Während Anton Krämer in Immerath bei der Aufnahme der "Bestände I" sich mit dem Bestehenden, noch Vorhandenen auseinandersetzte, beschränkte er sich auf die Darstellung zum Beispiel von "Abrieben" alter Gemäuer der von "Garzweiler II" bedrohten Bausubstanz oder auf Zeichnungen und Ölbilder der vom Tagebau bereits hinterlassenen Restlandschaften. Mit seinen vorläufig noch in der Fantasie entstandenen Landschaftsbildern wollte er vor allem auch einen warnenden Ausblick geben für die Zukunft, die uns bei weiterem Raubbau mit unserer Erde erwarten wird.
Heute nach einem Jahr ist diese Problematik für Anton Krämer wie auch für alle anderen hier beteiligten Künstler dieselbe geblieben.
ISo hat Anton Krämer den "Faktor Mensch" in seine Darstellungsweise einbezogen. Aus einem uralten Formengefüge, dem Kreis und Viereck, stellt er seine "Neue Wirklichkeit" dar, aus der er den "Menschen" und den "Gegenmenschen" schafft.
Der Kreis ist für Krämer Sinnbild des schöpferischen Ortes und weckt Assoziationen an das frühere klösterliche Leben hier in Hohenbusch.
Der Kreis ist auch Symbol des mütterlich bergenden Schoßes, aus dem das Leben kommt, Bild der Wiege und des Hauses. Symbol des Lebens ist dabei auch der umgebende Lebenskreis , der als Ring und Kranz den Menschen in seiner Gesamtheit umfasst.
Dagegen ist das von Krämer dargestellte Viereck aus dem der Mensch heraustritt Abbild des Sarges, in dem der tote Mensch ruht.
Anton Krämer stellt folglich gleichzeitig mit dieser halbkreisartigen senkrecht stehenden Skulptur, die aus einer viereckigen festen Holzplatte besteht, flankiert von im Halbkreis geschnittenen Holzbrettern, die in der Ebene zu einem Vollkreis ergänzt werden eine Stätte sowohl des Lebens als auch des Todes dar. Und dies in der uns immer wieder umgebenden Vereinigung der Gegensätze von "Mensch und Gegenmensch".
Das einen Sarg symbolisierende Viereck ist von einer menschlichen Form geprägt, die nicht mehr positiv vorhanden ist; ein Hinweis auf den nicht mehr vorhandenen, bzw. auffindbaren Friedhof von Hohenbusch. Daraus resultiert die Schaffung eines "Gegenmenschen" durch den Künstler, für den der Sarg auch wiederum Alibi des Samenkorns ist, in dem das zukünftige Leben schlummert.
In bestimmten Kulturen glaubte man ohnehin daran, dass die Seelen der Ahnen zu neuem Leben wiedererstehen würden.
Assoziationen an die päpstliche Verordnung werden wach, dass auch jeder >Altar in den katholischen Kirchen, an dem das Messopfer zelebriert wird, eine Reliquie bergen , also das symbolische Grab eines Heiligen sein muss, Sinnbild des Todes und - durch die rituale Opferung in der Messe - Sinnbild des Lebens und der Auferstehung zugleich.

 

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22.02.1991 Galerie Jülicher - Erkelenzer Künstler im Mühlenturm  Bellenger, Krämer, Laufs, Lennartz, Roubert, Rütten 1991.02
Einladung

Auszug aus der Einführungsrede von MA Juelicher ... Das große grafische Talent beweist Anton Krämer in seinen hier ausgestellten Guaschmalereien, die er mit Bleistift überarbeitet hat. Es handelt sich um drei Zeichnungen, in denen er sich mit dem Raum als solchen auseinandersetzt.
Mensch im Raum, der Raum an sich und der Mensch als Raum sind Grundthemen, denen er sich hier in seinen künstlerischen Aussagen widmet.
Auch in seinen Farbzeichnungen steht die malerische Darstellung - und sind die Bildformate noch so klein - immer mit dem zeichnerischen Element gleichrangig neben der Thematik. Die Farbzeichnungen setzen sich mit dem von Krämer gerne dargestellten Thema: Mensch in der ganzen Breite der gestalterischen Möglichkeiten auseinander. Gleichzeitig fällt der erzählende Charakter auf, den diese Bilder ausstrahlen. Man kann sich förmlich in die Bildthematik Krämers aufgrund der grafischen Spuren, die seine Handschrift in allen seinen Bildern hinterlässt, hineinlesen.
Neuere Arbeiten fallen in der Folge als lustige Bildfiguren auf, die durch Schattenbilder entstanden und vom Künstler mit den für ihn typischen grafischen Experimenten in die Bildebene projiziert wurden.
Wer die Arbeiten Anton Krämers in den letzten zwanzig Jahren verfolgt hat weiß, dass der Künstler aus der unermessliche gro0en Zahl seiner Druckplatten niemals Druckserien mit bestimmten Auflagen erstellte, sondern schon beim Farbauftrag auf die Druckplatten experimentierte, so dass jeder Druckvorgang für ihn als Handdruck ein Unikat erzeugte.
In dieser Ausstellung hat er zum Beispiel eine „Alugrafie„ so verändert, dass sie für Druckserien unbrauchbar geworden ist.
Auch die Zeichnungen: Guaschmalerei mit Bleistift! fallen in die Reihe der Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Phänomen: Mensch.
In allen seinen Bildern sucht der Künstler vordergründig nicht die eigentliche Wirklichkeit der Dinge, sondern stets nach deren geistigen Hintergrund. Dabei kennzeichnen spielerisch angelegte Abstraktionen und grafische Elemente das künstlerische Vorgehen. Sie bieten die Basis, von der Anton Krämer uns in seine Welt des Wunderbaren führt
    

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01.09.1990 Landeskulturtage NRW in Erkelenz   -   Menschliche Figurationen von  Anton Krämer 1990.09
Einladung

Auszug aus der Einführungsrede von MA Juelicher  Anton Krämer stellt aus der Vielfalt seiner Arbeiten zwei Bilder aus, die alle Elemente des Zeichnens, Druckens und Malens als seine typische Darstellungsweise zeigen.
Zum einen zeigt er eine Grafik zum Thema: Menschliche Figurationen, dem sich der Künstler seit 1989 intensiv gewidmet hat.
Zwei Figuren stehen miteinander in Verbindung, ohne dass diese vordergründig sichtbar wird. Während die eine Figur - ob Mann oder Frau, das lässt der Künstler offen - aus nebulösem Hintergrund hervortritt, steht die zweite Figur in einem Raum vor einem Fenster. Hier scheint sie hinauszuschauen in ein nicht ergründbares Licht. Den Raum deutet Anton Krämer lediglich durch das Fenster an und versetzt uns so in eine Scheinwirklichkeit. Der Raum - innen wie außen - bildet mit den beiden Gestalten eine surreale Einheit; das Ganze konsequent komponiert und in interessante Spannungsverhältnisse gesetzt.
Krämers Bilder sind immer von einer unglaublichen einfallsreichen Kreativität und Fantasie geprägt. Malerische Elemente stehen dabei ebenso im Vordergrund wie die inhaltliche Seite seiner Darstellungen.
Primär sucht der Künstler nie nach der Wirklichkeit der Dinge, sondern nach deren geistigem Hintergrund. Spielerisch angelegte Abstraktion kennzeichnet sein künstlerisches Vorgehen. Sie bildet die Basis, von der aus Anton Krämer uns in seine Welt des Wunderbaren führt.
 
Presse

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25.08.1990 Immerather Mühle, Ausstellung in Anwesenheit des NRW Kultusministers Schwier: Bestände aufnehmen  -   Bellenger, Krämer, Laufs, Rütten, Volmar 1990.08
Einladung
Auszug aus der Einführungsrede von MA Juelicher Meine Damen und Herren, sehr geehrter Herr Kultusminister Schwier,
sehr geehrte Damen und Herren Landtagsabgeordnete, sehr geehrte Damen und Herren der Stadt und des Rates der Stadt Erkelenz!

Jedes Jahrhundert hat mehr oder weniger seine Kulturen hervorgebracht; Kulturgüter von bleibendem Wert. Dabei wird unsere Zeit - die Zeit nach dem 2. Weltkrieg - in Sachen Kunst immer schnelllebiger.
Beeinflusst wurden diese Kulturen vielfach von der Kunst und Architektur, der Musik, der Literatur, der Medizin, Religion oder anderen Natur- und Geisteswissenschaften. Die Einheit all dieser natur- und Geisteswissenschaften drückt sich in dem jeweiligen "Zeitgeist" aus, der wiederum seinerseits Urheber für diese oder jene Kulturepoche wurde. Alle Kulturrichtungen ergänzen sich schließlich auch und steuern den Geist der Zeit - auch unserer Zeit. Meist vergehen Jahrzehnte, ehe ein so geprägter Zeitgeist offenkundig wird, sich bemerkbar macht.
Spätestens seit Anfang der 70 er Jahre bahnte sich das Gespenst einer drohenden Ölkrise seinen Weg durch die Welt und setzte eine Bewegung in Gang von ungeahnten geistigen Strömungen, die bis heute - noch verstärkt durch den Reaktorunfall von Tschernobyl - kaum zu überbietende Auswirkungen zeigt. Die damalige Ölkrise zeigte uns erstmals hautnah, wie abhängig wir von der Energie schlechthin sind. Die verminderte Ölförderung beziehungsweise der Öllieferungsboykott zeigten spontan Wirkung unter anderem auch auf die Geistes- und Naturwissenschaften.
Eine "grüne Welle der Vernunft" erfasste schnell alle geistigen und technischen Bereiche unserer Zeit und prägte so einen neuen Zeitgeist, von dem der politische Bereich zuerst erfasst wurde, der dann selbst diesen Zeitgeist mitgestaltete. Es galt nun spontan unabhängig von irgendwelchen Öllieferanten eigene Energien zu erschließen. Naturgemäß wurde damit eine Diskussion entfacht, die bis heute und die bis hier vor Ort auch unseren Zeitgeist erfüllt mit allen damit verbundenen Sachzwängen und Emotionen. Dabei fordern die einen, was die Betroffenen guten Mutes ablehnen.
Als typisches Zeichen unserer veränderten Umwelt, besser gesagt unserer veränderten Umweltpolitik gilt zum Beispiel der "Abbau von Immerath" mit dieser uns heute als Ausstellungsraum dienenden "Immerather Windmühle" mit seiner gewachsenen Siedlungsstruktur durch einen "bergbautreibenden Energieriesen". Immerath liegt naturräumlich innerhalb der rheinischen Braunkohlelagerstätte, die den westlichen Teil der Niederrheinischen Bucht einnimmt und im Norden darüber hinaus bis in die südwestlichen Gebiete des niederrheinischen Tieflandes bis in die Schwalm-Nette-Platte hineinreicht. Dieses rheinische Revier verfügt über 55 Mrd Tonnen Braunkohlevorräte und ist somit die größte zusammenhängende Braunkohlelagerstätte Europas. Um Ihnen zu verdeutlichen, wie viel das ist, sei erwähnt, dass in ganz Deutschland darüber hinaus nur noch 1 Mrd Tonnen Braunkohle zusätzlich förderbar sind. Zur Zeit liegt die Braunkohleförderung in der Bundesrepublik bei 130 Mio Tonnen pro Jahr. Davon entfallen 90 % auf das rheinische Revier hier vor Ort. Dieser Anteil wird stetig steigen, weil die Vorräte in den übrigen Revieren in absehbarer Zeit erschöpft sein werden, die Vorräte aber hier vor Ort noch für weitere 300 Jahre reichen werden.
Meine Damen und Herren! Das sind Fakten, mit denen sich hier vor Ort die Künstler - aber auch Sie - jeder für sich - sich auseinanderzusetzen haben; immerhin stehen die Großraumbagger von Rheinbraun bereits in unmittelbarer Nähe zur Autobahn 44, die man von dieser Windmühle in Immerath aus mit einem Steinwurf bereits erreichen kann.
Niemand kann bestreiten, dass der Tagebau schlechthin mit außerordentlichen Belastungen des menschlichen und kulturellen Lebensraumes verbunden ist. Hinzu kommen die Beeinträchtigungen der Wasserwirtschaft, des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes so wie die Veränderungen der gewachsenen Siedlungsstrukturen wie zum Beispiel dieses Ortes hier und die veränderte Infrastruktur mit all ihren Auswirkungen in den Lebens- und Arbeitsbereichen aller hier lebenden Menschen. Diese Belastungen nehmen mit zunehmendem Tagebau und der zunehmenden Diskussion um andere Energieformen derart zu, dass die Frage gestellt werden muss, wann die Grenzen der Umweltzerstörung endlich erreicht sein werden.
Wenn das von den Erkelenzer Künstlern vorgestellte Kunstprojekt einen winzig kleinen Teil dazu beitragen sollte, dass sich die unsere Zeit erfüllenden geistigen Strömungen so manifestieren sollten, dass sie Anlass zu politischer Reaktion geben und eine neue Gesetzgebung - verbunden mit dem Schutz der "Bestände vor Ort" - prägen, dann wird man auch die letzte Dekade unseres Jahrhunderts mit recht und Stolz in die großen Kulturepochen nach dem 2. Weltkrieg einreihen können.
Aus diesem gegebenen Anlass hat sich vor einiger Zeit eine "Gruppe von Erkelenzer Künstlern" ad hoc dem Projekt: Arbeiten vor Ort - "Bestände aufnehmen" gewidmet.
Dabei beziehen alle Künstler ihre "Arbeiten vor Ort" bewusst projektbezogen auf die durch den Braunkohleabbau bedrohte Natur. Jeder der Künstler - unter ihnen ist eine Künstlerin - macht für sich eine Bestandsaufnahme, deren Ergebnisse hier projektbezogen als Kunstobjekte vorgestellt werden. Alle Exponate sind das Ergebnis einer langen und ausführlichen Diskussion der "Erkelenzer Künstler", denen sich später noch Robert Jansen mit einer für ihn eigenen Darstellung anschloss.
Insgesamt ist dieses Kunstprojekt keineswegs als Agitation gegen die Firma Rheinbraun anzusehen. Jedoch ist der Tagebau hier vor Ort in seinen unvorstellbaren Dimensionen Auslöser, der allen Künstlern zutiefst zu denken gibt. Die hier vorgestellten Kunstprojekte richten sich grundsätzlich gegen alle weltweit aus Sachzwängen und Wirtschaftsprofit erfolgenden Zerstörungen von gewachsenem Natur- und Kulturraum.
Die von der Erkelenzer Künstlergruppe: Lena und Iwan Bellenger, Anton Krämer, Karl Heinz Laufs, Paul Rütten und Thomas Völlmar dargestellten Projekte, die um ein weiteres von Robert Jansen als betroffener Immerather Bürger ergänzt werden,setzen neue Akzente, neue Dimensionen. Jeder der Aussteller und die Ausstellerin stellen sich - thematisch gebunden und Projekt orientiert dar, wobei die Erkelenzer Gruppe noch andere Akzente setzt als der aus Immerath stammende und vom Tagebau absehbar und unmittelbar betroffene Robert Jansen.
Alle Künstler nehmen Restbestände auf exemplarisch bezogen auf Immerath und Umgebung. Jeder Künstler versucht auf seine Weise Noch Bestehendes bewusst zu machen, um mit den Arbeiten hier vor Ort übergreifend auf weltweite Zerstörung von gewachsenen natur- und Kulturräumen aufmerksam zu machen, um Sie, verehrte Zuhörer, zu animieren, auch Ihrerseits sich des Problems bewusst zu werden und entsprechend an der Erhaltung gewachsener Strukturen mitzuarbeiten.
Gemeinwohl geht zwar vor Einzelinteressen, jedoch sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass viele Einzelne in ihrer Vielzahl die Allgemeinheit darstellen.
Als Ausstellungsort wählte die Künstlergruppe bewusst die "Immerather Windmühle" als traditioneller Träger von Energie und bezogen sie als Bestand mit in ihre Planungen ein. Diese Windmühle steht für die Künstler als Symbol und Energieträger im Gegensatz zum Braunkohleabbau mit radikalen Eingriffen in Naturzyklen mit heute unabsehbaren Folgen für die hier vor Ort und in der ganzen Region lebenden Menschen.

Anton Krämer macht mit seinen Abrieben eine Bestandsaufnahme von Teilstrukturen erhaltenswürdiger Siedlungselemente von Immerath. So hat er zum Beispiel einen original Baustein der Immerather Kirche in seiner Struktur mit der angrenzenden Fuge abgerieben. Das heißt: Er legte zwischen abzureibender Fläche und Papier einen grafitgetränkten Lappen und rieb das Papier rückseitig gegen die Kirchenmauer ab, Dadurch drückte sich die gewünschte Mauerstruktur auf das Papier ab.
Ebenso verfuhr er mit einem Stück Immerather Straße und einem Ausschnitt gewachsenen Bodens.
In der Darstellung dieser Pflasterstruktur vor der Immerather Kirche, die durch Risse aufgebrochen ist, zeigt Anton Krämer einmal mehr, welch brillanter Zeichner er ist. Als Pendant dazu gibt er uns in einer weiteren Zeichnung eine Vorahnung auf seine "Abraumstrukturen". Fast surreal pflanzt er dieser ausgemergelten Pflasterstruktur wie geisterhaft den Ortsplan von Immerath auf.
Mit kleinen Bleistiftzeichnungen signalisiert er uns das Aussehen der Landschaft hier vor Ort für die Zukunft.
Neben den Grafitabrieben und den Zeichnungen zeigt Anton Krämer noch zwei größere Ölbilder aus der Umgebung von Immerath als Vorausblick auf die Umgestaltung der hiesigen Landschaft durch den Menschen bis zur Jahrtausendwende. In farblich fein nuancierten Abstufungen in Brauntönen weckt er Assoziationen mit der im Tagebau hier abgebauten Braunkohle. Bedingt durch Zusätze von Deckweiß strahlen die Farben, Erdformationen symbolisierend, Kälte aus. Beide Ölbilder sind durch eine nach links hin abfallende Horizontlinie gekennzeichnet als handele es sich hier um ein Stück bzw. den Rest unserer Weltkugel.
Es geht Krämer keineswegs um eine Protestaktion gegen "Rheinbraun". Das Problem der Ausbeutung, Abtragung und Verödung unserer Erde schlechthin durch großwirtschaftliche Unternehmen unter dem Sachzwang der langfristigen Sicherung von Energie oder Agrarraum ist auch für Anton Krämer weltweit anzuklagen. Wo der Bogen der Ausbeutung unserer Erde aber bereits überspannt ist, versucht er eine Bestandsaufnahme des noch vorhandenen Lebensraumes um Immerath darzustellen, die vom Verfall bedrohten Gegenstände als "Bestände künstlerisch zu sichern".
Während Anton Krämer in seinen Ölbildern einerseits die von ihm dargestellte Erde als Erdkugel Fragment symbolisiert, knüpft er in dem zweiten Ölbild Beziehungen zu unserem Lebensraum, indem er ein verfallenes, allein in der von Rohstoffen ausgebeuteten Erde stehendes, Bethäuschen als Relikt einer ehemals intakten Welt darstellt. Dabei handelt es sich im Original um das sogenannte "Heiligenhäuschen von Immerath", das Krämer in einer fast utopischen Landschaft verewigt, bzw. als Bestand aufnimmt.
Reste menschlicher Nähe und baulicher Besiedlung deuten noch vage die nicht mehr vorhandene Kultur in dieser zerstörten Landschaft an, deren Reste er in diesen Bildern fragmenthaft darstellt. Die im Einzelnen erscheinenden Kulturreste deuten einen längst nicht mehr gangbaren Weg an, der, betont durch den abfallenden Horizont wie in ein Grab zu verlaufen scheint.

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23.04.1989 Hülser Bildergalerie   -   Anton Krämer 1989.04 zeigt"Raum und Menschen"
Einladung

Auszug aus der Einführungsrede von MA Jülicher .. Anton Krämer zeigt in dieser Ausstellung Ölbilder, Zeichnungen und Druckgrafik. Ob er aber druckt, zeichnet oder malt, immer wieder werden Sie feststellen, dass er das in seinen Bildern nicht ausschließlich tut. Grafische Elemente finden sich ebenso in seinen Ölbildern wie malerische Elemente in seinen Zeichnungen und Druckgrafiken.
Krämers Ölbilder assoziieren Eindrücke von Landschaften, die der Künstler erlebt hat, wenn er in Jugoslawien aufgeschichtete Steinwälle als Feldbegrenzung optisch zu einem Bild verarbeitete, in dem er die erlebten Form- und Farbeindrücke des Gesehenen in seine ihm eigene Bildsprache umsetzt. Alle Bilder bleiben ohne Titel, um Ihnen als Betrachter auch die Möglichkeit einer anderen Deutung zu geben. Wenn schließlich in einigen Ölbildern von der ganzen Landschaft nur noch verschieden zugeordnete Flächen und Formen übrig geblieben sind, die an Erdformationen, an Erdschichten erinnern, dann gelingt dem Künstler so in besonderem Maße die Rückführung der Erscheinungswelt auf ganz einfache Formen. Im Ergebnis führt dies zu ganz dinglichen Zeichen, die als solche gelesen und gedeutet werden müssen.
Die Brillanz seiner Malerei zeigt sich in der Gestaltung farblicher Flächen durch feinste Farbabstufungen, durch sensible Farbüberläufe und gekonnt aufgetragene Lasuren.
 In den Zeichnungen Krämers durchdringen sich Landschaft und Raum. War Räumlichkeit für den Künstler noch vor einem Jahr vorrangig ein Kompositionselement, so stellt er ihn nun primär in seinen grafischen Arbeiten direkt als solchen dar. Die Wand des dargestellten Raumes gibt einen gläsernen Durchblick in die dahinter liegende Landschaft. Schattenrisse von Gestalten füllen den Raum, sind Bestandteil der Wand und verschwinden in der Landschaft, die assoziativ durch ein dargestelltes Fenster sichtbar wird. Raum und Landschaft bilden mit Mensch und Tier eine "surreale Einheit"; das Ganze in ein interessantes Spannungsverhältnis gesetzt. Bei der so dargestellten Abwandlung von Räumen und Räumlichkeit handelt es sich im weitesten Sinn um verfremdete - um nicht zu sagen - "surreale Landschaften". Wollte man versuchen, diese Bilder bis ins Letzte zu entschlüsseln, dann müsste man sie lesen. Nicht zu Unrecht darf man diese "bildnerische Poesie" Anton Krämers in die Kategorie der "literarischen Bilder" einordnen.
Vordergründig setzt sich Anton Krämer in seinen zuletzt dargestellten Themen ausschließlich mit dem Menschen auseinander. Adäquat zu seinen Landschaften in Öl, für die er eine eigene Bildsprache entwickelt hat, typisiert er bestimmte Menschen, die er erlebt hat, vielleicht auch zu erleben befürchtet, auf seine ihm eigene Art.
    

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24.04.1988 Haus Spiess in Erkelenz   -   Anton Krämer 1988.04
Einladung

  

Auszug aus der Einführungsrede von MA Jülicher    .. Während bei Anton Krämer die grafische Gestaltung lange Zeit im Vordergrund seiner Arbeit und künstlerischen Auseinandersetzung stand, ist es heute mehr die Malerei, der er sich verstärkt widmet, obwohl er beide Kunstbereiche gleichzeitig und in ihrer Bedeutung auch gleichrangig nebeneinander betreibt. Das große grafische Talent beweist der Künstler einmal mehr in seinen Zeichnungen, die er mit "Abtragung und Umschichtung geografisch gewachsener Erdformationen" als geschlossene Sequenz thematisiert. Die dargestellten Bilder sind brillante Beispiele für Ästhetik und Herausforderung zugleich. Ob Krämer druckt, zeichnet oder malt, Sie werden in allen seinen Arbeiten feststellen, dass er das nicht ausschließlich tut, sondern die drei genannten Grundtechniken fast immer zu Mischtechniken variiert. Jedes Blatt ist beim Druck für den Künstler immer wieder eine Herausforderung, Veränderungen innerhalb des Herstellungsprozesses zu erzielen.
Anton Krämers Arbeiten liegt immer Gegenständliches zu Grunde. Er stellt Gegenständliches unmittelbar dar, bildet ab, verändert, variiert, abstrahiert. Dabei behandelt er kein einheitliches Thema, das allen Arbeiten zu Grunde liegen würde. Das schließt aber nicht aus, dass sich der Künstler nicht auch einem Thema projektorientiert widmen könnte, das er dann in ganzer Breite und unter den verschiedensten Aspekten darstellt.
Oft ist Gegenständlichkeit bei Krämer auch so weit abstrahiert, dass sich der Betrachter vor ein völlig gegenstandslos anmutendes Bild gestellt sieht, Diese Bilder - es sind die neuesten Arbeiten Krämers - zeigen scheinbar und paradoxerweise - eine Art "abstrakten Realismus", der aber dem druckgrafischen Werk Krämers bereits seit vielen Jahren eigen ist.
Eine weitere für Krämer typische Darstellungsweise ist die Auseinandersetzung mit dem Raum. Den meisten Gebilden seiner Fantasie und Vorstellungskraft gibt der Künstler mit einer ideellen waagrechten Linie, vielleicht als Andeutung des Horizonts als klare Fixierung des Dargestellten einen festen Zusammenhang und suggeriert uns die für ihn typische Räumlichkeit. Fehlt diese Waagerechte in seinen Bildern, so erscheint der Raum irreal und die darin dargestellten Formen und Gegenstände scheinen zu schweben.
Anton Krämer zeichnet immer mit einer guten Portion Humor und zeigt dabei großartigen Erfindungsgeist im Gestalterischen.  Speziell in seinen Radierungen fängt der Künstler eine sehr "poetische Welt" ein, die sowohl in figürlichen wie in abstrakten Episoden Gestalt annimmt.

Ebenso wie in seinen Grafiken entstehen auch in den neuen Bildern Assoziationen aus dem Mythologischen, wenn Krämer in einem sensibel gestalteten Ölbild ägyptologische Urzeichen oder Erinnerungsfragmente vorchristlicher Zeit andeutet. Aber auch hier steht neben der Herausforderung an den Betrachter die feine für Krämer typische Ästhetik im Vordergrund. Alle seine Ölbilder sind voll unglaublich einfallsreicher Fantasie wie zum Beispiel die bildhafte Übersetzung einer Aktdarstellung in eine Abstraktion. Dabei setzt Anton Krämer verschiedene Aktdarstellungen in einen imaginären nicht näher bestimmten Raum, dessen Begrenzung in perspektivisch verlaufenen Linien angedeutet wird, im Ganzen aber vage bleibt. Bei der Darstellung der verschiedenen Akte sucht der Künstler nicht vordergründig nach der Wirklichkeit der Dinge, sondern nach deren geistigem Hintergrund. Dabei kennzeichnet eine spielerisch angelegte Abstraktion sein künstlerisches Vorgehen. Sie bildet die Basis, von der aus Krämer von einer Welt des Wunderbaren erzählt. In feinen Farbnuancierungen gestaltet er die Fläche, wobei die Formen - gerade in der Darstellung dieser Akte - durch bloßen Farbauftrag, durch sensible Lasuren und Farbüberläufe entstehen. Dies kennzeichnet nicht nur die hervorragende Malerei Anton Krämers, sondern auch den ihm eigenen Kunststil....

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13.11.1987 Galerie Juelicher, Gützenrath   -   Anton Krämer 1987.11
Einladung

Auszug aus der Einführungsrede von MA Juelicher ...Sein großes grafisches Talent beweist Anton Krämer einmal mehr in seinen hier ausgestellten Zeichnungen, die er in vielfältigster Form mit verschiedenen anderen Techniken variiert. Diese Mischtechniken sind typisch für alle seine Druckverfahren, die sich von daher auch niemals als Serien darstellen lassen. So sind die meisten Grafiken auch nicht nummeriert, weil sie trotz Vervielfältigung durch die individuelle Druck- und Gestaltungselemente Unikate bleiben. Jedes Blatt ist für den Künstler stets eine Herausforderung, Veränderungen innerhalb des Herstellungsprozesses zu erzielen.
Thematisch liegen alle Arbeiten Anton Krämers immer im Gegenständlichen. Die darzustellenden Gegenstände abstrahiert Krämer bis zur völligen Abstraktion, so dass vordergründig nur noch ein Zeichen übrig bleibt, vielleicht eine Archetype für einen Gegenstand, der aber keine Symbolkraft erhalten soll. Diesen Sujets bleibt Anton Krämer in allen seinen Arbeiten treu, ob in der Radierung, der Zeichnung oder der Malerei. Den meisten Gebilden seiner Fantasie und Vorstellungskraft gibt Krämer mit einer ideellen Linie, vielleicht einer Art Horizontlinie, als klare Fixierung des Dargestellten einen festen Zusammenhang.
Die Farbe hat für den Künstler dienende Funktion.
Was die Thematik seiner Bilder anbetrifft, so lädt Sie der Künstler ein, sich in diese Thematik nach eigenem Empfinden hineinzuversetzen, mit den Bildern zu korrespondieren; jeder auf seine Art. Ganz bewusst verzichtet er auf Titel, damit Sie als Betrachter auch von daher nicht in irgendeine Richtung festgelegt werden.
Die Zeichnungen Anton Krämers stellen keine Interieurs, keine Landschaften oder Ähnliches dar, sie geben nur versteckte Hinweise auf Ort und Zeit. Auch mit den hier vorgestellten Zeichnungen befinden wir uns in einem Land der Fantasie: Auffallend leicht und voller Behutsamkeit sind diese Inhalte dargestellt.
Seine Themen sind überzeugend, die künstlerische Realisierung gekonnt.
Anton Krämer zeichnet mit Humor und zeigt großartigen Erfindungsreichtum im Gestalterischen. Sorgfältig bereitet er die gedankliche Realisierung seiner Bildideen vor und entwickelt dabei - immer dem Gegenständlichen wie hier dem Erdhaften verbunden - seine fantasievollen Szenarien. Dabei ist der Künstler sensibel genug, gerade in diesen Zeichnungen hier den Reiz des Geheimnisvollen für uns als Betrachter stets zu bewahren.
Die Radierungen, Kaltnadeldarstellungen, Prägedrucke, Aquatintablätter und die Mischtechniken zeigen die unbändige Lust des Künstlers, neben seiner Tätigkeit des Zeichnens und Malens, im drucktechnischen Bereich zu experimentieren, verschiedene Spielarten des Druckens zu entdecken und auszunutzen. In seinen originären Radierungen fängt der Künstler auch eine poetische Welt ein. Diese zeigt nicht nur einen Gegenstand wie den Fisch, den Menschen oder die nahe liegende Umwelt, sondern immer eine ganze Welt voller Gegenstände, Geschehnisse, ja ganze Episoden, die hier figürliche wie auch abstrakte Gestalt gleichzeitig annehmen.
In der Malerei gelingt Anton Krämer die Rückführung der Erscheinungswelt auf einfache Formen. Im Ergebnis führt dies meist zu dinglichen Zeichen, die allerdings als abstrakte Farbformen gelesen werden müssen. Mehrheitlich weisen die neuen  "Materialcollagen" Krämers auf Fundstücke oder Materialien hin, die der Künstler zufällig in seiner Umwelt entdeckt und künstlerisch eingesetzt hat.  So gelingt es dem Künstler, die Form- und Farbeindrücke des Gesehenen in seine eigene Bildsprache umzusetzen, in der Fläche und Raum in ruhiger Weise mit- und nebeneinander korrespondieren. Erst bei genauerem Betrachten dieser sensiblen „Materialcollagen„ und der in Mischtechnik erstellten Grafiken entdecken Sie als Betrachter ganz versteckt die von Krämer dargestellten Gegenstände, die Krämer mit seiner für ihn typischen Malweise wie mit einer malerischen Haut überzieht und geheimnisvoll entfremdet.
Ob es der Löwe ist als Vertreter der Sternzeichen; mythologische Hintergründigkeit; ob es sich um einen Fisch handelt, der in allen möglichen Metamorphosen dargestellt wird; immer werden Sie die für Krämer typische versteckte Gegenständlichkeit entdecken als Basis für seine künstlerische Auseinandersetzung mit seiner Umwelt.
Oft experimentiert der Künstler so lange mit seinen Druckplatten bis er mit dem Ergebnis eines Druckvorganges zufrieden ist. Das heißt: Vielfach entwickelt sich eine Darstellung auch erst im Verlaufe mehrerer Druckvorgänge, die immer wieder verändert und in einen neuen Zusammenhang gestellt werden.
Kommen wir schließlich zu den Ölbildern, die voll unglaublich einfallsreicher Fantasie sind, wie zum Beispiel die bildhafte Übersetzung eines Aktes in eine abstrakte, fast ans gegenstandslose grenzende Umgebung. Der Künstler setzt den Akt in einen imaginären, nicht näher bestimmten Raum, dessen Begrenzung in perspektivisch verlaufenden Linien angedeutet wird, im großen und ganzen aber vage gekennzeichnet bleibt. Bei der Darstellung dieses Aktes - wie übrigens auch in allen anderen Bildern - sucht der Künstler nicht nach der Wirklichkeit der Dinge, sondern nach deren geistigem Hintergrund. Dabei kennzeichnet eine spielerisch angelegte Abstraktion sein künstlerisches Vorgehen. Sie bildet die Basis, von der aus Anton Krämer von einer Welt des Wunderbaren erzählt. In feinsten Farbnuancierungen gestaltet er die Flächen, wobei die Formen konsequent durch den Farbauftrag entstehen. Dies kennzeichnet nicht nur brillante Malerei, sondern auch den eigenen prägnanten Kunststil Anton Krämers.
Ein weiteres typisches Merkmal für Krämers Malerei ist die Ausstrahlung einer gewissen Ruhe, die von allen seinen Bildern ausgeht, insbesondere aber von seinen in Dreiecke gespannten Meditationstafeln. Von einer breiten Basis aus kristallisieren sich die Gedanken des Betrachters beim Beschauen dieser Meditationstafeln. Sie spitzen sich zu. Auf dem Weg dahin bleibt der Meditation freier Lauf.
Presse

  

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22.03.1981 Burg Erkelenz   -   Einzelausstellung von Anton Krämer 1981.03
Einladung

Auszug aus der Einführungsrede von MA Juelicher ...Bei allem was Anton Krämer gestaltet, wird immer die Liebe zur Grafik, zum grafischen Experimentieren, deutlich. Dabei ist zur Zeit die Kaltnadel-Radierung Krämers bevorzugte Technik.
Krämer malt und zeichnet grafisch.
Wer Holz- und Linolschnitte für seine künstlerische Arbeit nutzt, weiß, dass man die gewünschten Darstellungen nicht beliebig ausschneiden kann, da man immer materialgerecht unter Berücksichtigung der entsprechenden Maserung zum Beispiel im Holz arbeiten muss. Jede Aussage und Darstellung im Holzschnitt ist wesentlich davon abhängig wie zum Beispiel die Maserung des Holzes verläuft, wie hart das Holz ist, wie es gewachsen ist, wie eben und wie groß das Brett ist, welche vorgegebenen Strukturen zu berücksichtigen sind, ob zum Beispiel die Maserung längs oder quer verlaufen soll. Wer zeichnend arbeitet und im Holzdruckverfahren darstellen will, der hat sehr bald die Grenzen künstlerischer Aussagekraft entdeckt. Wer mit Holzdrucken zu experimentieren beabsichtigt, um zu künstlerischen Aussagen zu kommen, der hat die Möglichkeit der Mehrfarbdrucke, der Über- und Prägedrucke, der Abriebe von Druckplatten als Mischtechniken in breiter Palette zur Verfügung.
Anton Krämer, der auch Gedichte illustrierte und in Bildern darstellte, hatte mit den Holzdruckverfahren seine besonderen Schwierigkeiten, seinem Talent als Zeichner Rechnung zu tragen.
Wesentlich mehr kam ihm dafür der Flachdruck entgegen. In der Kunstakademie hatte Krämer die Möglichkeit, seine Vorliebe für die Zeichnung mit Hilfe der Lithografie zu verifizieren.
Die weit einfachere Art der zeichnerischen Darstellung gelang dem Künstler allerdings in der auch hier in der Ausstellung bevorzugten Kaltnadel Radierung und der Anwendung der Zeichnung im Kupferstich; beides Tiefdruckverfahren, die dem Künstler durch Handdrucke das große Feld des Experimentierens öffneten.
Grundsätzlich zeigt Krämer hier in der Burg gegenstandslose, das heißt Bilder mit reinen Formen ohne Gegenstandsbezug, abstrakte Themen, die das Gegenständliche reduzieren.
Eine Arbeit, die alle diese Elemente enthält ist die Darstellung des "verlorenen Paradieses"
Beispiel für die Technik des Aquatinta ist das Blatt mit dem Titel: "Der Fischtraum", dessen inhaltliche Deutung Ihnen als Betrachter völlig überlassen bleibt.
Zu einem Gedicht von Francois Villon mit dem Titel: Die Ballade von der schönen Margot! zeigt Anton Krämer verschiedene Darstellungen., die Villon in hohem Alter mit seiner Lebensgefährtin zeigen. Die Problematik der alternden Lebensgefährten zeigt Anton Krämer überdeutlich. Beide stellt er in einen irrealen Raum; das Räumliche nur vage angedeutet; vor einer weißen Öffnung übergroß, ein Fabelinsekt, drum herum Kinder angedeutet. Das Ganze wie in einer surrealen Welt des Traumes. Als ich mich vor einer Woche mit Anton Krämer über die auszustellenden Bilder unterhielt, sagte er mir abschließend, dass er aber auf jeden Fall einige Arbeiten mit "Motiven aus Erkelenz und Umgebung" auszustellen wünsche. Welche Bedeutung Krämer gerade immer wieder seiner Heimatstadt Erkelenz entgegenbringt und mit welcher Brillanz er diese in seinen Zeichnungen darzustellen versteht, zeigen die Blätter mit den Titeln: "Altes Rathaus", "Burg Erkelenz", "altes Erkelenzer Gässchen", "Schloss Tüschenbroich", "Schloss Trips", "Gasse in Beek" und "St. Ulrich Kapelle in Tüschenbroich".
Anton Krämer kann man nicht in ein bestimmtes Schema zwängen. Er benötigt kein Konzept, um sich irgendeiner Kunstrichtung anzupassen oder einem Kunsttrend nachzulaufen.
Die bereits beschriebene Vielfalt der Ausdrucksmittel, der Darstellungs- und Arbeitsweise wird noch einmal deutlich in den Bleistift- und Pastellkreidezeichnungen, die abstrakte Porträts wiedergeben und einmal mehr auf die Qualität des Zeichners Anton Krämer hinweisen...

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24.06.1973 Kunstprojekt in der Burg Erkelenz   -   Gruppenausstellung u. a. mit Anton Krämer 1973.06
Einladung  
Auszug aus der Einführungsrede von MA Juelicher

 

Anton Krämers Beitrag zu dieser Ausstellung besteht aus der Bewältigung der Probleme des Raumes, des Menschen und der Sprache und der Umsetzung dieser Problematik in eine bildnerische Aussage. Die Kunst des Bildnerischen ist für ihn ein sprachliches Phänomen. Bildsprache unterliegt für Krämer denselben Gesetzen wie etwa die der Lautsprache, des Musikausdruckes oder eines sonstigen Kommunikationssystems.
Wenn die meisten seiner Bilder an die Epoche des Surrealismus erinnern, so ist dies nicht von ungefähr, denn wer versucht, in sich hineinzuhorchen, wesentlich zu werden und sich mitzuteilen, gelangt immer in den Bereich des Unterbewussten und des Traumhaften. Hier also liegt der Schlüssel zum Verständnis seiner Bilder: Konsequente Ehrlichkeit in der Sprache des Bildes!

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